Fähren von Piräus nach Kreta: Wie lange dauert die Nachtüberfahrt?
Wie lange dauert die Fähre von Piräus nach Kreta?
Die Nachtfähre von Piräus nach Heraklion oder nach Chania, im Hafen von Souda, dauert etwa 9 Stunden. Boote bedienen auch Rethymno, Kissamos, Agios Nikolaos und Sitia, und von Kissamos aus geht es zusätzlich weiter nach Kythira und Antikythira.
Die Nachtüberfahrt, Hafen für Hafen
Fragt man jemanden, der diese Reise wirklich gemacht hat, lautet die Antwort fast immer gleich: Die Fähre von Piräus, dem Hafen von Athen, nach Kreta ist eine Nachtüberfahrt von rund 9 Stunden. Es ist kein schneller Katamaran-Sprung und keine Tages-Sightseeing-Fahrt, sondern eine Arbeitsverbindung zur See, die abends vom Festland ablegt und früh am nächsten Morgen die Insel erreicht – zeitlich so gelegt, dass die Fahrgäste den Großteil davon verschlafen, statt ihn zu beobachten.
Die beiden wichtigsten Ziele sind Heraklion, Kretas Hauptstadt und größte Stadt, sowie Chania, dessen Fährterminal einige Kilometer entfernt bei Souda liegt, an der gleichnamigen weiten Bucht, und nicht im alten venezianischen Hafen selbst. Beide Routen dauern rund 9 Stunden und verkehren ganzjährig, nicht nur in der Sommersaison – ein wirklich nützlicher Fakt für alle, die in den ruhigeren Monaten reisen, wie in unserem Ratgeber zu Kreta im Winter beschrieben.
Neben diesen beiden laufen Fähren aus Piräus auch Rethymno, Kissamos im äußersten Westen sowie Agios Nikolaos und Sitia im Osten an. Diese Nebenrouten existieren und sind durchaus nutzbar, verkehren aber deutlich seltener als die Linien nach Heraklion und Chania. Sie eignen sich daher für Reisende, deren Route bereits auf diesen Teil der Insel ausgerichtet ist, weniger für alle, die einfach die kürzeste Überfahrt suchen.
| Hafen auf Kreta | Region | Nachtüberfahrt ab Piräus |
|---|---|---|
| Heraklion | Zentralkreta | Etwa 9 Stunden |
| Chania (Souda) | Westkreta | Etwa 9 Stunden |
| Rethymno | West-Zentralkreta | Nachts, seltener |
| Kissamos | Äußerster Westen | Nachts, seltener |
| Agios Nikolaos | Ostkreta | Nachts, seltener |
| Sitia | Äußerster Osten | Nachts, seltener |
Dieser Beitrag beschäftigt sich bewusst mit dem Ablauf der Überfahrt, nicht mit einem Buchungsformular. Er nennt weder einen bestimmten Betreiber noch einen genauen Preis, da sich beides je nach Saison und Vorlaufzeit ändert – konstant bleiben die rund 9 Stunden Fahrzeit und die Wahl des Hafens, und genau das lohnt sich zu planen.
Die Wahl des richtigen Hafens
Der richtige Hafen hängt eigentlich davon ab, wohin es nach der Ankunft geht, und Kreta belohnt es, sich das vor der Buchung zu überlegen. Wer den Schwerpunkt auf den Westen legt – die venezianische Altstadt, Balos und Gramvousa oder Elafonissi – spart mit der Einfahrt nach Chania bei Souda eine spätere Fahrt quer über die Insel. Wer Knossos, das archäologische Museum und die Weindörfer Archanes und Dafnes im Blick hat, ist mit Heraklion vom ersten Morgen an am nächsten dran.
Kissamos verdient eine besondere Erwähnung, die in den meisten allgemeinen Reiseführern fehlt: Neben seiner Funktion als eigenständiges Reiseziel auf Kreta ist es auch der Hafen für weiterführende Fähren nach Kythira und Antikythira, den kleinen Inseln zwischen Kreta und der Peloponnes. Das macht ihn nur für Reisende relevant, die eine breitere Inselhüpfer-Route durch diesen Teil der Ägäis planen – für einen klassischen Kreta-Urlaub ist es nicht der nötige Hafen.
Die Einfahrt nach Rethymno, Agios Nikolaos oder Sitia kann sinnvoll sein, wenn die gesamte Reise auf diese Küste ausgerichtet ist, aber die Frequenz sollte realistisch eingeschätzt werden: Diese Routen verkehren nicht so häufig wie Heraklion und Chania. Vor der Reiseplanung lohnt sich daher ein Blick auf die tatsächlichen Abfahrtstermine im gewünschten Zeitraum, und ein Plan für einen Mietwagen als Backup, um den Rest der Insel danach zu erreichen. Wer den Süden ansteuert, etwa die ruhige Basis Palaiochora, plant die Fahrt über den Hafen entsprechend als ersten Baustein der Route mit ein.
Nicht dieselbe Reise: Tagesfähren nach Santorini
Zwei Dinge, die ständig verwechselt werden, sollten klar getrennt bleiben: die oben beschriebene Nachtüberfahrt Piräus-Kreta und die saisonalen Tagesfähren zwischen Kreta und Santorini. Diese Santorini-Boote sind ein völlig anderer Dienst – kürzer, tagsüber und meist ab Heraklion oder Rethymno statt vom Festland.
Sie verkehren vor allem von Frühling bis Herbst und sind eine echt beliebte Möglichkeit, Santorini an eine Kreta-Reise anzuhängen, ausführlich beschrieben in unserem Ratgeber Santorini-Tagesausflug ab Kreta. Geht es von Athen nach Kreta, ist das die oben beschriebene Nachtroute; geht es von Kreta nach Santorini, ist das eine separate, kürzere Tagesbuchung, sobald man bereits auf der Insel ist.
Die Uhrzeit: Kreta liegt eine Stunde vor Paris, Berlin und Rom
Ein Detail, das Reisende aus Westeuropa oft überrascht, hat nichts mit dem Schiff selbst zu tun: Kreta liegt, wie ganz Griechenland, in der osteuropäischen Zeitzone. Das bedeutet, die Insel liegt durchgehend eine Stunde vor Paris, Berlin und Rom – sowohl im Winter als auch im Sommer, da Griechenland und die mitteleuropäischen Länder ihre Uhren an denselben Terminen umstellen.
Zwischen Piräus und Kreta gibt es keinen Zeitunterschied – Athen und die Insel liegen in derselben Zeitzone –, wohl aber einen echten Unterschied zwischen Griechenland und großen Teilen des übrigen Kontinents, und genau das spielt bei der Art von Planung eine Rolle, um die es hier geht: die Berechnung der Ankunftszeiten, der Anschluss an den weiteren Transport oder die Abstimmung einer Abholung am Flughafen Heraklion oder Flughafen Chania mit einer Fähre, die früh am Morgen ankommt.
Handy und jede Buchungsbestätigung sollten auf die lokale griechische Zeit eingestellt bzw. abgeglichen werden, nicht auf die Zeitzone des Abreiseorts. Wer die Weiterfahrt vom Hafen aus organisiert, statt selbst zu fahren, findet praktische Hinweise dazu in unserem Ratgeber zum Flughafentransfer auf Kreta.
Kabinen, Sitze und die Mitnahme eines Autos
Da die Überfahrt durch die Nacht führt und rund 9 Stunden dauert, kommt es stärker als bei einer kurzen Fahrt darauf an, wie man diese Zeit verbringt. Die Hauptoptionen sind eine Kabine, ein flugzeugähnlicher Liegesitz oder offene Deck- und Lounge-Bereiche. Eine Kabine bietet ein echtes Bett und eine Tür zum Schließen – das ist vielen bei einer Nachtüberfahrt, die ohnehin im Dunkeln ablegt und ankommt, den Aufpreis wert. Deckplätze sind die günstigste Option und bei gutem Wetter durchaus machbar für alle, die auch im Sitzen schlafen können, aber in den kälteren Monaten eine härtere Wahl.
Auch die Boote Piräus-Heraklion und Piräus-Chania nehmen Fahrzeuge mit, und ein Miet- oder Privatwagen per Fähre auf die Insel zu bringen, ist eine übliche Art, direkt mobil auf Kreta anzukommen – praktisch, wenn die Reise mit der Fahrt von Souda und Akrotiri Richtung Kissamos und Falassarna beginnt, oder wenn man eine unserer inselweiten Routen wie Kreta in 7 Tagen, West nach Ost plant.
Der Fahrzeugplatz ist knapper als der Passagierplatz und sollte speziell für Juli- und August-Überfahrten früh gesichert werden, wenn sowohl Kabinen als auch Autodecks am schnellsten ausgebucht sind.
Wer nach der Ankunft lieber ganz aufs Fahren verzichtet: Kretas Straßennetz ist zwar wirklich fürs Autofahren gemacht, aber auch eine ganze Woche ohne Auto ist möglich – siehe Kreta ohne Auto, 7 Tage und unseren Vergleich Mietwagen versus organisierte Touren auf Kreta für einen genaueren Blick auf diese Abwägung im Alltag.
Das Überlandbus-Netz der Insel, betrieben von KTEL, deckt den Nordküstenkorridor gut ab und ist eine realistische Möglichkeit, nach der Ankunft zwischen Chania, Rethymno, Heraklion und Agios Nikolaos zu reisen. Wer sich doch fürs Steuer entscheidet, findet die wichtigsten Regeln in unserem Ratgeber Autofahren auf Kreta zusammengefasst.
Was nach der Ankunft zu tun ist
Wer früh am Morgen nach einer Nachtüberfahrt ankommt, hat den größten Teil des Tages noch frei, und Kreta bietet nahe beider Haupthäfen genug, um ihn zu füllen. Ab Heraklion ist ein ganzer Tag im Süden – der Ebene von Phaistos und dem Strand von Matala – eine einfache Art, die Nacht auf dem Schiff abzuschütteln:
eine Ganztagestour ab Heraklion nach Festos und Matala
Ab Rethymno, ungefähr auf halbem Weg zwischen den beiden Haupt-Fährhäfen, ist eine geführte Fahrt durch die Landschaften und Dörfer der Insel ein sanfter Einstieg für alle, die noch ohne eigenes Auto ankommen:
eine ganztägige Natur-Tour ab Rethymno mit Mittagessen
Wer in Chania ankommt und den Westen ohne sofortige Autovermietung erkunden möchte, kann sich auch einer Rundtour durch Rethymno und zum Süßwassersee Lake Kournas anschließen:
einen Tagesausflug durch Rethymno, Chania und zum Lake Kournas
Und für alle, deren Reise sich um Kretas berühmteste Schlucht dreht: Ein oder zwei Tage Puffer vor der Wanderung geben Zeit, sich von der Überfahrt zu erholen, bevor es zum Abstieg geht, der in unserem kompletten Samaria-Schlucht-Ratgeber beschrieben wird:
eine geführte Wanderung durch die Samaria-Schlucht
Den Rest der Reise planen
Fähren sind nur eine Hälfte der Anreise nach Kreta, Flüge sind die andere, und die meisten Reisenden kombinieren am Ende beides innerhalb einer Reise – Anreise per Flugzeug und später eine Fähre zwischen den Inseln, oder umgekehrt. Unser Überblick Anreise nach Kreta: Flüge und Fähren stellt beide Optionen nebeneinander dar.
Sobald der Hafen feststeht, lohnt es sich außerdem, sich vor der Ankunft über den jeweiligen Ort zu informieren: Unsere Ratgeber zu Kissamos, Stadt und Hafen, zum Flughafen Heraklion und zum Flughafen Chania behandeln die praktische Seite der Ankunft, ob per Schiff oder per Flugzeug, ausführlicher, als hier Platz findet.
Fähren von Piräus nach Kreta: Ihre Fragen beantwortet
Wie lange dauert die Fähre von Piräus nach Kreta?
Etwa 9 Stunden über Nacht nach Heraklion oder nach Chania bei Souda. Die Abfahrt erfolgt in der Regel abends, die Ankunft früh am nächsten Morgen, sodass die meisten Reisenden den Großteil der Überfahrt verschlafen.
Welche Häfen Kretas erreichen die Fähren aus Piräus?
Heraklion und Chania, bei Souda, sind die wichtigsten Nachtziele mit einer Überfahrtszeit von rund 9 Stunden. Auch Rethymno, Kissamos, Agios Nikolaos und Sitia werden von Piräus aus angefahren, allerdings mit deutlich selteneren Verbindungen als auf den beiden Hauptrouten.
Gibt es eine schnelle Tagesfähre von Piräus nach Kreta?
Die Verbindung Piräus-Kreta ist eine Nachtüberfahrt, keine schnelle Tagesverbindung. Tagesboote gibt es zwar saisonal, sie verkehren aber zwischen Kreta und Santorini, nicht vom Festland aus.
Kann ich mit der Fähre von Kreta nach Santorini fahren?
Ja, aber das ist eine eigene Reise. Saisonale Tagesboote verbinden Kreta, meist ab Heraklion oder Rethymno, in wenigen Stunden mit Santorini. Das sind andere Dienste als die Nachtüberfahrten von Piräus, und sie verkehren vor allem von Frühling bis Herbst.
Ist Kissamos auch für etwas anderes als Kreta selbst nützlich?
Kissamos, im äußersten Westen, ist der Hafen für weiterführende Fähren zu den kleinen Inseln Kythira und Antikythira, die zwischen Kreta und der Peloponnes liegen. Das ist ein praktisches Detail für Inselhüpfer-Routen, aber für die meisten Erstbesucher keine relevante Route.
Sollte ich für die Nachtfähre eine Kabine buchen?
Bei einer rund 9-stündigen Nachtüberfahrt bevorzugen die meisten Reisenden eine Kabine oder zumindest einen flugzeugähnlichen Sitz gegenüber dem Deck, da das Schiff außerhalb der Tageslichtstunden ablegt und ankommt. Kabinen sind im Juli und August als Erstes ausgebucht.
Gilt auf Kreta dieselbe Zeitzone wie in Athen?
Ja. Kreta und Piräus liegen beide in der osteuropäischen Zeitzone, es gibt also keine Zeitumstellung zwischen dem Festland und der Insel. Der Unterschied betrifft Länder weiter westlich: Kreta liegt das ganze Jahr über eine Stunde vor Paris, Berlin und Rom.
Kann ich mit dem Mietwagen auf die Fähre nach Kreta?
Ja, die Hauptverbindungen Piräus-Heraklion und Piräus-Chania nehmen Fahrzeuge mit, und das ist eine gängige Art, ein Auto auf die Insel zu bringen oder von dort mitzunehmen. Für Juli und August sollte der Fahrzeugplatz im Voraus gebucht werden.
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